Erlebnispädagogik auf Burg Feuerstein

Neben beruflicher Bildung und der Teilhabe am Arbeitsleben ist die Werkstattarbeit auch mit dem Anspruch verbunden, soziale und kulturelle Teilhabemöglichkeiten zu eröffnen. Mit einem Begegnungsaufenthalt auf Burg Feuerstein ließen sich Geselligkeit und  Bildungsangebot vereinen.     

Von Eik Haase

(28.10.2019) In diesem Jahr gelang es nach mittlerweile mehr als vier Jahren erstmals wieder einen Begegnungsaufenthalt durchzuführen, welcher Beschäftigten aller Arbeitsgruppen und -bereiche offenstand. Gemeinsam mit der Offenen Behindertenarbeit Forchheim und der katholischen Landvolkshochschule Feuerstein konnte den zwölf Teilnehmern auf dem Gelände der Burg Feuerstein vom 2. - 6. September ein einzigartiges Angebot, geprägt von Abwechslung und Beteiligung, gemacht werden. Immer standen jedoch die Leitgedanken Nachhaltigkeit, Umweltbewusstseins und Selbstwahrnehmung merklich oder auch ganz subtil im Mittelpunkt des Geschehens. So startete jeder Morgen mit einer kleinen Qi-Gong-Einheit, um Körper und Geist ein wenig in Fahrt zu bringen. Im Anschluss daran fand beispielsweise ein nachhaltiger Bastel-Workshop statt, der sich bis weit in den Nachmittag erstreckte. Es wurden "Upcyling"-Taschen aus alten T-Shirts, Wachstücher zum umweltfreundlichen Verpacken von Lebensmitteln und biologisch abbaubare Spülmittel hergestellt. Selbstverständlich konnten die zwölf Teilnehmer ihre "Do-it-yourself"-Erzeugnisse auch mit nach Hause nehmen.

Öko-System Wald verstehen

Natürlich ist der Feuerstein dank seiner idyllischen Lage mitten im Grünen geradezu prädestiniert um die Naturlandschaft der fränkischen Schweiz und das Ökosystem Wald besser kennen und verstehen zu lernen. So fand auch eine gemeinsame Walderlebnis- und Lehrwanderung statt, in deren Verlauf Michael Bug, Forstamtmann des Reviers Steinfeld, den Teilnehmern allerhand Wissenswertes über Flora und Fauna mit auf den Weg gab. Das absolute Highlight war jedoch ein Ausflugstag, welcher die Gruppe zunächst nach Niedermirsberg führte, wo eine Begegnung der ganz besonderen Art auf dem Programm stand. Auf dem Alpakahof der Familie Herbst machten sich die Werkstattbeschäftigten zunächst zaghaft mit den scheuen Tieren vertraut, um anschließend eine gemeinsame Wanderung mit den Exoten aus den Anden zu unternehmen. Im Anschluss daran ging es weiter nach Seidmar zum Hof der Familie Alt. Dort führten die Landwirte zunächst über das Hofareal, präsentierten dann die Stallungen samt Vieh und erklärten die Abläufe, die die tägliche Arbeit bestimmen. Doch es galt auch selbst aktiv zu werden und so stellten alle Ausflugsteilnehmer unter Aufwendung ihrer Kräfte eigenhändig Butter her, welche anschließend direkt für eine deftige Brotzeit auf den Tisch kam. Neben diesen, nur exemplarisch dargestellten Programmpunkten, fanden im Verlauf der Woche eine Vielzahl weiterer Angebote, wie das Pizza backen im Holzofen, ein Besuch der Sternwarte und eine Nachtwanderung, statt.

Ökologische Ausrichtung kam gut an

In der Gesamtschau wurde die ökologische Ausrichtung des Begegnungsaufenthaltes sehr gut angenommen, sodass in der abschließenden Reflexionsrunde auf dem Feuerstein alle, die Werkstattbeschäftigten wie auch die Betreuer, begeistert von den Erlebnissen der letzten Tage berichteten und die Notwendigkeit der Fortführung des Programmes betonten. Der Fokus des  bedürfnisgerechten Bildungsangebots soll auch künftig auf das Naturerleben und die Selbstwahrnehmung gerichtet werden.